Wie geht es euch allen? Hier ist Karin.
Kaum zu glauben, aber das Jahr 2026 ist schon zehn Tage alt. Die Schule hat wieder begonnen, und langsam kehrt der Alltag zurück. Und trotzdem dieser Wiener Winter ist heuer wirklich eisig. Eine Kälte, die bis in die Knochen geht. Schon am Morgen gibt es bei meinen Söhnen reichlich Beschwerden. Na hallo, hieß es nicht immer „Kinder sind doch hart im Nehmen“? Ich bin am Fuß der Yatsugatake-Berge in der Präfektur Nagano aufgewachsen. Dort sind im Winter minus 20 Grad keine Seltenheit. Trotzdem habe ich diese Kälte gar nicht als besonders schlimm in Erinnerung. Einzig ein Eislauf-Wettkampf in der Volksschule bei minus 15 Grad ist mir bis heute präsent. (Unsere Schule hatte ein großes Schulgelände, das im Winter geflutet wurde, der Unterricht am Vormittag bestand dann aus Eislaufen.) Umso dankbarer bin ich, dass sowohl die Volksschule vom der Große als auch der Kindergarten vom der Kleine bei jedem Wetter draußen spielen lassen.
Für meinen ersten Blogbeitrag in diesem Jahr möchte ich euch heute die Stephansdom näher vorstellen. Schön, dass ihr mitlest.

Der Stephansdom ist die wichtigste katholische Kirche Wiens und wohl eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Er steht mitten im 1. Bezirk und prägt das Stadtbild wie kaum ein anderes Bauwerk. Fertiggestellt wurde die gotische Kathedrale etwa im 16. Jahrhundert. Ich selbst bin unzählige Male daran vorbeigegangen, aber ehrlich gesagt: Drinnen war ich lange nie richtig. Vor etwas mehr als zwei Monaten habe ich das geändert und bin mit der Große in den Herbstferien auf einen kleinen Stephansdom-Ausflug gegangen.
Der Hauptraum des Doms kann kostenlos besichtigt werden, für alle weiteren Bereiche benötigt man ein Ticket. Ich wollte alles sehen und habe mich daher für das All-Inclusive-Ticket entschieden.
Der Zugang zum gesamten Innenraum des Stephansdoms
Der Aufstieg bzw. die Besichtigung von Süd- und Nordturm
Der Eintritt in die Katakomben (inklusive Führung oder Zugang)
Die Schatzkammer des Deutschen Ordens
Das Dom Museum Wien
Ganz schön umfangreich.
Der Preis liegt (Stand 2026) bei 25 Euro, und ein Kind unter 14 Jahren darf kostenlos mit hinein. Außerdem ist das Ticket ein ganzes Jahr gültig.
Wir haben uns diesmal den Dom innen, beide Türme und die Katakomben angesehen. Der Große (7 Jahre alt) war mit Begeisterung dabei. Ein Besuch mit Kindern ist also absolut empfehlenswert.
Zuerst der Innenraum: Der zentrale Gang beeindruckt mit seinen hoch aufragenden Bögen und massiven Steinsäulen. Die farbenprächtigen Glasfenster erzählen biblische Geschichten und zeigen Heilige in eindrucksvoller Detailarbeit.

Der wichtigste Altar stammt aus dem 17. Jahrhundert und ist im Barockstil gestaltet. Im Zentrum steht ein Gemälde des heiligen Stephanus, umgeben von weiteren Schutzheiligen.

In einer Seitenkapelle befindet sich der berühmte Wiener-Neustädter-Altar aus dem 15. Jahrhundert. Ein gotischer Flügelaltar mit fein ausgearbeiteten Darstellungen aus dem Leben Marias.

Anschließend ging es für uns hinauf auf den Nordturm. Dieser gilt als unvollendet und ist bequem mit dem Aufzug erreichbar. Mit rund 68 Metern ist er nur etwa halb so hoch wie der Südturm. Dafür beherbergt er eines der Highlights des Stephansdoms: die Pummerin. Mit fast drei Metern Durchmesser und rund 21 Tonnen Gewicht ist sie die drittgrößte Glocke der Welt und für Wien ein ganz besonderes Symbol, vor allem zu Neujahr.

Der Südturm auf der anderen Seite misst beeindruckende 136,4 Meter. Er wird auch „Wächter Wiens“ genannt. Hier gibt es keinen Aufzug: 343 Stufen führen nach oben, über enge, mittelalterliche Steintreppen, die mit jedem Meter schmaler und dunkler werden. Begegnungsverkehr inklusive. Als Familien-Abenteuer ist das kaum zu toppen.

Zum Abschluss ging es für uns noch in die Katakomben, die ich schon lange einmal sehen wollte. (Fotografieren ist hier verboten, die Bilder stammen daher aus anderen Quellen.) Der Besuch ist nur im Rahmen einer Führung möglich, meist auf Deutsch oder Englisch, aber absolut empfehlenswert.
Schon allein die Tatsache, dass sich unter dem Dom eine solche Anlage befindet, überrascht. Die Katakomben sind in einen alten und einen neuen Begräbnisbereich unterteilt. Im alten Teil stehen die Särge von 16 Bischöfen und Erzbischöfen, die eng mit dem Stephansdom verbunden waren, ordentlich aufgereiht.。

Im neueren Bereich befinden sich unter anderem Urnen mit den Eingeweiden von Kaisern und Mitgliedern des Hauses Habsburg.
※Die Habsburger wurden bekanntlich geteilt bestattet: Der Körper in der Kapuzinergruft, das Herz in der Augustinerkirche, die inneren Organe vor allem Lunge, Leber und Nieren, hier im Stephansdom.
Die Urnen haben ganz unterschiedliche Größen. Der Grund dafür ist nicht etwa Körpergröße oder Geschlecht, sondern schlicht der Zahn der Zeit: Wenn alte Urnen porös wurden und der Inhalt austrat, kam alles in größere Behälter.

In vielen Räumen liegen außerdem die Gebeine ganz gewöhnlicher Bürger. Auf den ersten Blick wirkt alles etwas ungeordnet, doch ursprünglich waren die Toten in Holzsärgen bestattet, die im Laufe der Zeit zerfallen sind. In einigen Kammern jedoch sind die Knochen erstaunlich ordentlich, fast wie gestapeltes Brennholz, aufgeschichtet. Dabei handelt es sich um die Gebeine von Verurteilten.

Die Führung dauerte etwa 30 Minuten, und sowohl der Große als auch ich kamen beeindruckt wieder an die Oberfläche zurück. Unser Guide war großartig, fachlich wie erzählerisch.
Wenn man an einem Ort lebt, kommt man oft gar nicht auf die Idee, ihn wie ein Tourist zu entdecken. Umso schöner, sie sich ab und zu bewusst anzusehen. Wenn ihr Wien besucht, nehmt euch unbedingt Zeit für den Stephansdom.
Bis bald!


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