{"id":952,"date":"2024-09-07T21:00:00","date_gmt":"2024-09-07T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/mathae.jp\/blog\/?p=952"},"modified":"2025-10-14T17:56:18","modified_gmt":"2025-10-14T08:56:18","slug":"die-bilinguale-erziehung-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mathae.jp\/blog\/de\/die-bilinguale-erziehung-2\/","title":{"rendered":"Die bilinguale Erziehung 2"},"content":{"rendered":"\n<p>Hallo zusammen! Wie geht es euch? Hier ist Karin.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist nun 21 Jahre her, dass ich nach \u00d6sterreich gezogen bin, aber so einen Sommer wie diesen habe ich noch nie erlebt. Das einzige Wort, das mir in den Sinn kommt, ist \u201ehei\u00df\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Einfach nur \u201ehei\u00df\u201c.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Obwohl wir bereits in den September gestartet sind, haben wir immer noch t\u00e4glich \u00fcber 30 Grad, und die Temperatur in der Wohnung sinkt kaum unter 28\u00b0C.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Bei dieser Hitze waren wir diesen Sommer wirklich oft im Schwimmbad. Mein Gro\u00dfer, ein riesiger Schwimmbad-Fan, hat das nat\u00fcrlich sehr genossen. Aber als Baby mochte er Wasser \u00fcberhaupt nicht. Als er geboren wurde, empfahlen mir befreundete M\u00fctter, mit ihm zum Babyschwimmen zu gehen, also begann ich mit ihm die Schwimmkurse zu besuchen. Doch mein Sohn, der schon beim ersten Bad gebr\u00fcllt hatte, weinte bei allen zehn Schwimmstunden ohne Ausnahme. Er war der Einzige in der Klasse, der so reagierte. \u201eAh, dieses Kind mag Wasser wirklich nicht\u201c, dachte ich damals. Seitdem habe ich ihn nicht mehr gezwungen, ins Wasser zu gehen. Aber was ist passiert? Jetzt, mit f\u00fcnf Jahren, liebt er das Schwimmbad. Er springt vom Sprungbrett und kann mit seiner Schwimmbrille sogar unter Wasser sehen. Dieses Jahr hat er an einem Sommer-Intensivkurs teilgenommen, und vielleicht wird er n\u00e4chstes Jahr schon schwimmen k\u00f6nnen. Kinder lernen viele Dinge von selbst, ohne dass man viel tun muss, oder? Das ist wohl in allen Bereichen das Ideal.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/mathae.jp\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/PXL_20240727_174533303n-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1224\" style=\"width:500px\" srcset=\"https:\/\/mathae.jp\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/PXL_20240727_174533303n-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/mathae.jp\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/PXL_20240727_174533303n-300x225.jpg 300w, https:\/\/mathae.jp\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/PXL_20240727_174533303n-768x576.jpg 768w, https:\/\/mathae.jp\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/PXL_20240727_174533303n.jpg 1500w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Nar\u00fcrlich waren wir auch bei der Donau schwimmen<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Heute m\u00f6chte ich ein Update \u00fcber unsere \u201ebilinguale Erziehung\u201c geben, \u00fcber die ich 2023 geschrieben habe. (<a href=\"https:\/\/ameblo.jp\/michinori-der-weg\/entry-12802835117.html\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">Hier<\/a> ist der damalige Beitrag.)<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist nun etwas mehr als ein Jahr vergangen, seit ich \u00fcber unsere \u201ebilinguale Erziehung\u201c geschrieben habe, und bisher habe ich nicht das Gef\u00fchl, dass das Deutsch meines Gro\u00dfen wesentlich besser ist als sein Japanisch. In unserer Familie sprechen wir nach wie vor viel Deutsch, daher w\u00fcrde der Gro\u00dfe wahrscheinlich auch mehr Deutsch mit mir sprechen, wenn das seine dominierende Sprache w\u00e4re. Aber bisher unterhalten wir uns noch immer auf Japanisch. Es scheint sogar, dass er es richtig genie\u00dft, Japanisch zu sprechen, wenn er auf jemanden trifft, der es auch kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Neulich besuchte uns meine andere Schwester, die in Schweden lebt, zusammen mit ihrer Freundin. Der Gro\u00dfe hing die ganze Zeit an den beiden und redete ununterbrochen. Er hatte offensichtlich gro\u00dfen Spa\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus meiner Sicht hat sich das Japanisch meines Gro\u00dfen definitiv verbessert. Daf\u00fcr gibt es einen guten Grund: Seit der Geburt des Kleinen gibt es immer mehr Zeiten, in denen der Gro\u00dfe nicht mit mir spielen kann. Da die beiden Br\u00fcder einen relativ gro\u00dfen Altersunterschied haben, wird es f\u00fcr den Gro\u00dfen langweilig, wenn der Kleine Mittagsschl\u00e4fchen macht, da er selbst keinen mehr braucht. In solchen Momenten greift man zwangsl\u00e4ufig \u00f6fter auf den digitalen Babysitter zur\u00fcck. Eigentlich hatten wir nie vor, unseren Kindern fernsehen zu lassen, daher haben wir zwar einen Fernseher, aber keinen Kabelanschluss. Der Fernseher wird also haupts\u00e4chlich f\u00fcr meine Online-Unterrichtsstunden, gemeinsame Filmabende oder zum Anschauen von YouTube-Videos f\u00fcr den Gro\u00dfen genutzt. (Aus R\u00fccksicht auf seine Augen habe ich beschlossen, dass er zumindest auf einem gro\u00dfen Bildschirm schauen darf.)<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt sicherlich unterschiedliche Meinungen dar\u00fcber, ob man Kindern Fernsehen oder YouTube erlauben sollte, aber ich habe das Gef\u00fchl, dass es zumindest in Bezug auf seine Sprachentwicklung einen positiven Einfluss hat. Nicht nur Kinder, sondern Menschen allgemein haben eine erstaunliche F\u00e4higkeit, Dinge aufzusaugen, die ihnen Spa\u00df machen. Mein Gro\u00dfer hat auch einen Lieblings-YouTube-Kanal, und manchmal bin ich \u00fcberrascht von den W\u00f6rtern, die er dort lernt. Ich meine damit keine merkw\u00fcrdigen Ausdr\u00fccke, sondern W\u00f6rter, die f\u00fcr einen F\u00fcnfj\u00e4hrigen ziemlich schwer sind. Er versteht sogar feine Nuancen und kann zwischen h\u00f6flicher und unh\u00f6flicher Sprache unterscheiden.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein paar Beispiele gef\u00e4llig?<br>Er erkl\u00e4rt mir ausf\u00fchrlich den Unterschied zwischen einer \u201ePIN\u201c und einem \u201ePasswort\u201c.<br>Oder er fragt: \u201eGibt es noch ein paar Schokoladen?\u201c<br>oder: \u201eIch habe einfach irgendwelche Tasten auf der Fernbedienung gedr\u00fcckt, und jetzt ist alles durcheinander geraten.\u201c<br>Und dann sagt er noch: \u201eSchau mal, der Kleine zielt genau!\u201c<br>Manchmal habe ich wirklich nicht das Gef\u00fchl, mit einem F\u00fcnfj\u00e4hrigen zu sprechen.<\/p>\n\n\n\n<p>(Die \u00dcbersetzung des Beispiels klingt leider nicht so gut. Es tut mir leid&#8230;)<\/p>\n\n\n\n<p>In letzter Zeit hat er angefangen, die Gro\u00dfbuchstaben des Alphabets zu lesen und sich f\u00fcr \u201eHiragana\u201c zu interessieren. Er hat auch begonnen, sich mit dem Lesen und Schreiben zu besch\u00e4ftigen. Ich w\u00e4re sehr gl\u00fccklich, wenn dieses Interesse anh\u00e4lt und er \u201eHiragana\u201c und \u201eKatakana\u201c bald flie\u00dfend lesen und schreiben k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt jedoch einen Bereich, in dem mein Gro\u00dfer Schwierigkeiten hat: die japanischen Z\u00e4hleinheitsw\u00f6rter. Das ist wohl eine h\u00e4ufige Herausforderung beim Erlernen der japanischen Sprache, oder? Selbst Muttersprachler sto\u00dfen manchmal auf Z\u00e4hleinheitsw\u00f6rter, die sie nicht kennen. Mein Gro\u00dfer verwendet zum Beispiel das Z\u00e4hlwort f\u00fcr Menschen f\u00fcr Tauben oder das Z\u00e4hlwort f\u00fcr Tiere f\u00fcr Polizisten. Normalerweise korrigiere ich ihn nicht oder lache nicht dar\u00fcber, wenn er Fehler macht, aber bei den Polizisten, die er mit dem Z\u00e4hlwort f\u00fcr Tiere bezeichnete, konnte ich nicht anders, als laut loszulachen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie ich bereits fr\u00fcher geschrieben habe, bin ich fest davon \u00fcberzeugt, dass die Umgebung und der Charakter eines Kindes entscheidend daf\u00fcr sind, ob es zweisprachig aufw\u00e4chst. Tats\u00e4chlich ist es mir nach der Geburt des Kleinen schon einmal unbewusst passiert, dass ich ihn auf Deutsch angesprochen habe, da er ja noch nicht sprechen kann. Doch der Gro\u00dfe hat sofort reagiert und gesagt: \u201eMama, sprich bitte mit dem Kleinen auf Japanisch. Sonst kann ich nicht mit ihm auf Japanisch reden.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Er ist viel konsequenter als ich!&nbsp;<img decoding=\"async\" alt=\"\u30ad\u30e7\u30ed\u30ad\u30e7\u30ed\" height=\"24\" src=\"https:\/\/stat100.ameba.jp\/blog\/ucs\/img\/char\/char3\/016.png\" width=\"24\"><\/p>\n\n\n\n<p>Ich denke, dass dieser konsequente Charakter einen positiven Einfluss darauf hat, dass er beide Sprachen so gut beherrscht.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber wie wird es wohl beim Kleinen sein? In letzter Zeit beginnt er, ein paar Worte zu sagen. Er zeigt auf ein Foto von Papa und sagt \u201ePapa\u201c, oder w\u00e4hrend er \u201eKuckuck\u201c spielt, sagt er \u201eInai inai\u201c (Kuckuck auf Japanisch). Er dr\u00fcckt seine Lieblingspuppe an seine Wange und sagt \u201eNenne\u201c (Schlafen). In zwei Wochen wird er ein Jahr alt, also entwickelt sich seine Sprache fast zur gleichen Zeit wie beim Gro\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Am meisten interessiert mich, wie die zuk\u00fcnftigen Gespr\u00e4che zwischen meinen beiden Kindern aussehen werden. Im Moment spricht der Gro\u00dfe zu 100 % auf Japanisch mit dem Kleinen, aber ich stelle mir vor, dass es in Zukunft auf Deutsch umschwenken wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht klingt das wie eine idealistische Vorstellung, aber ich w\u00fcnsche mir, dass meine Kinder die Sprachen ohne M\u00fche und ohne Druck von den Eltern spielerisch erlernen. Es w\u00e4re sch\u00f6n, wenn sie die Freude daran, sich in Worten auszudr\u00fccken, niemals verlieren w\u00fcrden.<\/p>\n\n\n\n<p>Vielen Dank f\u00fcrs Lesen! Bis zum n\u00e4chsten Mal!!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hallo zusammen! Wie geht es euch? Hier ist Karin. 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