{"id":542,"date":"2025-02-08T21:00:00","date_gmt":"2025-02-08T12:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/mathae.jp\/blog\/?p=542"},"modified":"2025-09-30T07:27:16","modified_gmt":"2025-09-29T22:27:16","slug":"die-bilinguale-erziehung-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mathae.jp\/blog\/de\/die-bilinguale-erziehung-3\/","title":{"rendered":"Die bilinguale Erziehung 3"},"content":{"rendered":"\n<p>Hallo ihr Lieben. Hier ist Karin.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Februar ist angebrochen! Hier in \u00d6sterreich habe ich das Gef\u00fchl, dass die Tage allm\u00e4hlich l\u00e4nger werden. Als ich noch in Japan lebte, habe ich die Ver\u00e4nderung der Tagesl\u00e4nge nie wirklich wahrgenommen. Doch seit ich in \u00d6sterreich wohne, sp\u00fcre ich es deutlich. Und mit den Jahren f\u00e4llt mir der Winter immer schwerer&#8230; aber das ist wohl unvermeidlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Heute m\u00f6chte ich das Thema aus meinem letzten Beitrag \u00fcber die Entwicklung meines Kleinen fortsetzen und \u00fcber Sprache sprechen \u2013 also der dritte Teil unserer bilingualen Erziehung. Ich freue mich, wenn ihr mich auf dieser Reise begleitet! Als ich letztes Jahr den zweiten Teil geschrieben habe, habe ich bereits kurz erw\u00e4hnt, wie sich die Sprachf\u00e4higkeiten meines Kleinen entwickeln. Doch in den letzten vier bis f\u00fcnf Monaten hat mich seine sprachliche Entwicklung so sehr \u00fcberrascht, dass ich beschlossen habe, einen dritten Teil dar\u00fcber zu schreiben.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/mathae.jp\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/PXL_20250119_102751097.PORTRAITn-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-595\" style=\"width:340px\" srcset=\"https:\/\/mathae.jp\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/PXL_20250119_102751097.PORTRAITn-768x1024.jpg 768w, https:\/\/mathae.jp\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/PXL_20250119_102751097.PORTRAITn-225x300.jpg 225w, https:\/\/mathae.jp\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/PXL_20250119_102751097.PORTRAITn.jpg 1125w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Wie auch sein gro\u00dfer Bruder begann der Kleine um seinen ersten Geburtstag herum, unglaublich viel zu sprechen. Schon damals dachte ich, dass der Gro\u00dfe fr\u00fch dran war mit dem Sprechen, aber der Kleine \u00fcbertrifft ihn noch einmal! Er h\u00f6rt sehr aufmerksam zu, wenn sein gro\u00dfer Bruder spricht, und ahmt ihn perfekt nach. Worte, die er einmal h\u00f6rt, spricht er garantiert mindestens einmal nach.<\/p>\n\n\n\n<p>Angefangen hat es mit K\u00f6rperteilen wie \u201eMimi\u201c (Ohr), \u201eMeme\u201c (Auge) und \u201eKe\u201c (Haare). Dann kamen Tiernamen wie \u201eWanwan\u201c (Hund), \u201eIiyo\u201c (Esel) und \u201ePitchi\u201c (Vogel) hinzu. Auch Essen benennt er mit Worten wie \u201eRingon\u201c (Apfel), \u201eGukka\u201c (Gurke) und \u201ePanpan\u201c (Brot). Bei Kleidung kennt er Begriffe wie \u201eBoshi\u201c (Haube), \u201ePantschu\u201c (Unterhose) und \u201eTata\u201c (Socken). Zudem kann er Fahrzeuge benennen, z. B. \u201eAuto\u201c \u201eHikouki\u201c (Flugzeug) und \u201eChuchu\u201c (Zug). Auch Adjektive beherrscht er, wie \u201eAtsui\u201c (hei\u00df), \u201eOmooi\u201c (schwer) und \u201eSamui\u201c (kalt). Daneben hat er auch Ausdr\u00fccke wie \u201eGochisou\u201c (danke f\u00fcr das Essen), \u201eAson\u201c (spielen) oder \u201ePapa-Toroo\u201c (Paw Patrol) in seinem Repertoire. Obwohl er Japanisch, Deutsch und Babysprache mischt, versteht er die Bedeutung von \u00fcber 100 W\u00f6rtern und kann sie korrekt anwenden.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit 1 Jahr und 2 Monaten brachte mir der Kleine seine Schuhe und sagte: \u201eKukku, Aku\u201c (Schuhe anziehen). Ich war ziemlich \u00fcberrascht! Mittlerweile benutzt er immer h\u00e4ufiger Zwei-Wort-S\u00e4tze wie \u201eBo-ru, Ichatta\u201c (der Ball ist weggerollt) oder \u201eMikan, Hoshii\u201c (ich will eine Mandarine).<\/p>\n\n\n\n<p>Gestern, als ich den Gro\u00dfen zum Kindergarten brachte, sagte der Kleine: \u201e(Name des Gro\u00dfen) Ichatta, Y\u014dchien\u201c ( (der Gro\u00dfe) ist gegangen, Kindergarten). Ich fragte ihn: \u201eUnd wo gehst du jetzt hin?\u201c Daraufhin antwortete er: \u201eOoch.\u201c (nach Hause). Es ist so sch\u00f6n, sich mit einem Einj\u00e4hrigen zu unterhalten!<\/p>\n\n\n\n<p>Obwohl der Kleine gr\u00f6\u00dftenteils korrekt spricht, entstehen manchmal lustige Wortkreationen. Einmal zeigte er auf das B\u00fccherregal und sagte: \u201eKipuchu, Hoshii.\u201c Selbst ich als seine Mutter wusste nicht, was er meinte! Es stellte sich heraus, dass er mir verzweifelt zu verstehen geben wollte, dass er Pikachu wollte. Ich musste so lachen! Auch \u201eShonpyoon\u201c f\u00fcr \u201eChopin\u201c geh\u00f6rt zu den vielen s\u00fc\u00dfen Missverst\u00e4ndnissen, die einfach goldig sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine kleine Herausforderung gibt es allerdings: Er benutzt das Wort \u201eItai\u201c (schmerzhaft) viel zu oft \u2013 nicht nur, wenn er sich wirklich verletzt hat, sondern auch, wenn er m\u00f6chte, dass jemand aus dem Weg geht oder wenn ihm etwas nicht gef\u00e4llt. Jedes Mal erschrecke ich mich kurz! Das Wort \u201eKayui\u201c (juckend) verwendet er korrekt, aber \u201eItai\u201c ist f\u00fcr ihn ein Universalbegriff. Wenn er drau\u00dfen laut \u201eItai!\u201c sagt, k\u00f6nnte man denken, dass ich ihm wehgetan habe\u2026 Da bin ich ehrlich gesagt froh, dass ich nicht in Japan bin.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber nicht nur der Kleine macht sprachliche Fortschritte \u2013 auch das Japanisch des Gro\u00dfen entwickelt sich weiter! Seit Ende letzten Jahres besucht er eine japanische Sprachgruppe, wo er einmal pro Woche Lesen, Schreiben, japanische Kultur und Basteln lernt. Bei der ersten Schnupperstunde hat er als sensibler Junge sofort geweint, weil er dachte, dass er \u00c4rger bekommt, wenn er etwas falsch macht. Dabei hatte er doch noch gar nichts gelernt! F\u00fcr mich als Erwachsene war das unverst\u00e4ndlich, aber f\u00fcr ihn war diese neue Umgebung wahrscheinlich ein riesiger Stressfaktor. Er weinte so sehr, dass ich selbst in Panik geriet und vor lauter Aufregung meine Tasche im Klassenzimmer verga\u00df\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Doch inzwischen liebt er die Sprachgruppe! Auf dem Heimweg erz\u00e4hlt er begeistert auf Japanisch, was er gemacht hat und welche B\u00fccher sie gelesen haben. Und jedes Mal fragt er mich: \u201eWie oft muss ich noch schlafen, bis wieder Sprachgruppe ist?\u201c Ich bin so froh, dass es ihm Spa\u00df macht! Auch das Lesen und Schreiben von Hiragana klappt immer besser, und er ist richtig stolz darauf.<\/p>\n\n\n\n<p>Gestern Abend, als ich den Kleinen ins Bett brachte, beschwerte sich der Gro\u00dfe bei seinem Papa. Sp\u00e4ter fand ich heraus, dass er Pok\u00e9mon auf YouTube schauen wollte \u2013 aber nur auf Japanisch! Da sein Papa kein Japanisch kann, hat er es ihm nicht erlaubt. Ich sagte: \u201eDann h\u00e4ttest du es doch auf Deutsch geschaut, bis Mama da ist.\u201c Doch er antwortete: \u201eAber auf Japanisch verstehe ich es besser.\u201c Das finde ich wirklich erstaunlich! Obwohl er in einer deutschen Umgebung aufw\u00e4chst, ist Japanisch f\u00fcr ihn aktuell noch verst\u00e4ndlicher.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich bin sehr gespr\u00e4chig, daher macht es mich unglaublich gl\u00fccklich, dass ich mich mit meinen S\u00f6hnen auf Japanisch unterhalten kann. Doch in letzter Zeit sehe ich immer wieder Beitr\u00e4ge in den sozialen Medien \u00fcber \u201eDouble Limited\u201c-Kinder \u2013 also Kinder, die keine der beiden Sprachen vollst\u00e4ndig beherrschen. Das bringt mich schon zum Nachdenken. Es ist toll, zwei Sprachen zu sprechen, aber wenn man keine klare Muttersprache als Basis hat, k\u00f6nnte das in der Zukunft problematisch werden. Niemand wei\u00df, was die Zukunft bringt, aber als Mutter w\u00fcnsche ich mir nat\u00fcrlich, dass meine Kinder es sp\u00e4ter nicht schwer haben.<\/p>\n\n\n\n<p>N\u00e4chste Woche ist Elisa dran mit ihrem Beitrag!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hallo ihr Lieben. Hier ist Karin. Der Februar ist angebrochen! 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