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Schwangerschafts- und Postpartum-Kurse auch ohne Physiotherapeutin

Hallo zusammen, hier ist wieder Karin.

In Wien ist es gestern wieder richtig winterlich geworden. Als ich morgens aufwachte, war draußen alles weiß. Natürlich waren die Kinder total begeistert, aber ehrlich gesagt wünsche ich mir langsam wirklich den Frühling. Auch bei Kälte und Schnee ist es nicht so schlimm, wenn der Himmel strahlend blau ist, aber jeden Tag nur grauer Himmel macht schon sehr müde. Wenn es dann auch noch kalt ist und schneit, zieht es einem ziemlich runter. Morgens wird es zwar langsam heller, aber bis zum Frühling dauert es noch eine Weile. Wir halten durch.

Heute möchte ich ein bisschen über meinen Beruf und meine Ausbildung erzählen. Ich hoffe, ihr begleitet mich dabei.

Meine Ausbildung ist eigentlich recht normal. Ich bin in Japan in den Kindergarten, die Volksschule, die Junior Highschool und die Highschool gegangen. Im Sommer meines zweiten Highschool-Jahres bin ich dann nach Österreich gezogen, um Ballett zu studieren. Ich hatte überlegt, hier auch die Highschool (Gymnasium) zu besuchen, aber da ich kein Deutsch konnte, wurde ich nicht aufgenommen. Schließlich habe ich meinen Schulabschluss über ein Fernschule in Japan gemacht. Damals war mein Leben ganz auf Ballett ausgerichtet, und an ein Studium habe ich überhaupt nicht gedacht, also habe ich auch nichts dafür vorbereitet.

Als ich dann wegen einiger Verletzungen keinen Weg mehr als Tänzerin sah, stand ich plötzlich ohne Perspektive da. Kurz darauf kam ich zum Pilates. Je mehr ich darüber lernte, desto stärker wuchs der Wunsch, noch mehr über den menschlichen Körper zu lernen. So kam ich auf die Idee, Physiotherapie zu studieren.

Ich begann sofort zu recherchieren, aber ab 2006 war es in Österreich nötig, eine Aufnahmeprüfung zu bestehen, um Physiotherapie studieren zu können.

Für mich war das Problem, dass mein japanischer Schulabschluss nicht als Matura anerkannt wurde. Das hieß, ich hätte zuerst die Matura nachmachen und dann die Aufnahmeprüfung für Physiotherapie bestehen müssen, um überhaupt studieren zu können.

Damals war ich 23 und hatte kein Vertrauen in meine Deutschkenntnisse, daher habe ich das Vorhaben schnell aufgegeben.

Mit Mitte 30, nach Jahren intensiven Lernens als Pilates-Trainerin, wollte ich noch tiefer gehen und suchte nach Workshops. Dabei stellte ich immer wieder fest, dass viele nur für Physiotherapeut:innen oder Menschen mit gleichwertigen Qualifikationen zugänglich waren.

Während der Corona-Zeit hatte ich etwas Zeit und dachte, ich könnte es doch einmal mit der Aufnahmeprüfung versuchen. Ich meldete mich an und setzte mich unter die jungen Prüflinge. Natürlich hatte ich mich vorbereitet, aber die Konkurrenz war riesig. In Wien gab es 200 Studienplätze und etwa 1600 Bewerber. Außerdem gab es eine Grammatikaufgabe, bei der ein längerer Text auf einer großen Leinwand 90 Sekunden gezeigt wurde, und man musste die Fehler finden. Da war ich komplett überfordert, meine Sprachkenntnisse reichten nicht aus. Nach dieser Erfahrung dachte ich wieder „Das schaffe ich nie“. Selbst wenn ich die Aufnahmeprüfung bestehen würde, müsste ich noch die Matura nachholen. Außerdem war der Große inzwischen geboren, und ohne große Unterstützung der Familie und viel Einsatz hätte ich das nicht geschafft.

Auch das Tanzberger-Konzept, das ich in meinem letzten Beitrag vorgestellt habe, ist ein Kurs, der nur für Physiotherapeut:innen zugänglich ist. In der Praxis habe ich oft gehört, dass postnatale Kurse oder Kurse zu Inkontinenz am besten von Physiotherapeut:innen unterrichtet werden. Trainerinnen wie ich, die zwar keine Physiotherapeutinnen sind, aber auf Frauengesundheit spezialisiert, bezeichnet man im Deutschen manchmal als Quereinsteigerinnen. Das kann je nach Kontext negativ gemeint sein, als „unerfahren“ oder „Neuling“. Das war oft frustrierend, in Österreich ist das in manchen Bereichen sehr streng.

Trotzdem habe ich selbst in der Schwangerschaft und nach der Geburt viele Kurse besucht und erlebt, dass selbst Fachleute wie Physiotherapeut:innen oder Hebammen manchmal Kurse geben, bei denen man sich fragt „wirklich?“ Qualifikationen sind wichtig, aber sie allein machen niemanden automatisch gut. Erfahrung und die Fähigkeit, sie weiterzuentwickeln, sind genauso entscheidend.

Wenn ich meine eigenen Stärken benennen müsste, dann ist es wohl, dass ich selbst nach der Geburt unter Belastungsinkontinenz gelitten habe. Deshalb verstehe ich die Sorgen von Frauen vor, während und nach der Schwangerschaft besonders gut. Außerdem habe ich viel ausprobiert und kann klar zwischen hilfreichen und weniger hilfreichen Methoden unterscheiden.

Rückblickend bin ich froh, Pilates gelernt zu haben, drei Jahre intensiv die Alexander-Technik studiert zu haben und viele Kurse für Schwangerschaft und Postpartum besucht zu haben. Auch wenn ich keine Physiotherapeutin bin, glaube ich, dass ich durch meine eigenen Erfahrungen mit frauenspezifischen Themen etwas Besonderes einbringen kann. Bis bald!

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この記事を書いた人/Autorin dieses Artikels

Lebt in Österreich, Mama von zwei Kindern um die 40. Arbeitet als Trainerin für Frauen mit Fokus auf Gesundheit in verschiedenen Lebensphasen – von Schwangerschaft bis Wechseljahre. Schreibt über Familie, Alltag und Frauengesundheit.

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